Willkommen bei M.G.V. “Cäcilia 1900” Steinbach e.V.

Der M.G.V. “Cäcilia 1900” Steinbach e.V. ist der älteste Verein im “Sängerdorf” Steinbach. Der Ort Steinbach ist gelegen am Rande des hessischen Kegelspiels im osthessischen Landkreis Fulda.

Die Gründung

Ausgangsereignis für die Entstehung des Gesangvereins ist die vor 100 Jahren stattfindende Primizfeier des Adam Dehler in Steinbach. Die Gestaltung der Feier lag in den Händen des damaligen Pfarrers Blumè sowie des Organisten und Volksschullehrers Schramm. Sie ins­ze­nierten am 31.3.1900 zum ersten mal einen 4-stimmigen Gesang in der Steinbacher Kirche. Dazu wurden junge Männer im Dorf angesprochen, die sich spontan zur Mitwirkung anboten. Die Begeisterung führte noch im gleichen Jahr zur Vereinsgründung des M.G.V. „Cäcilia“ mit zunächst 24 Mitgliedern.

Während anfangs der Kirchengesang im Vordergrund stand, begann man auch das weltliche Liedgut zu pflegen. Der erste Verein im Dorf wuchs von Jahr zu Jahr. Aus finanziellen Gründen fasste man den Entschluss auch Theater zu spielen. Der erste Auftritt war 1902.

In 1912 übergab der erste Dirigent der „Cäcilia“, Herr Schramm, den Dirigentenstab an den Volksschullehrer Christoph Muer.

Die wenigen Auftritte, die der Verein noch im Krieg hatte, dirigierte aushilfsweise der Lehrer Robert Vogel. Der erste Weltkrieg sollte der erste harte Rückschlag für den jungen Verein sein. Mit 8 gefallenen Sangesbrüdern sind etwa ein Viertel der Sänger, d.h. eine kpl. Stimme ausgefallen. 1919 kehrte Lehrer Muer aus dem Krieg zurück und übernahm wieder die ge­sang­liche Leitung. 1. Vorsitzender war August Wingenfeld. In diesem Jahr schloss man sich auch dem Fulda-Rhön-Sängerbund an.

Die zwanziger Jahre

Im Jahre 1922 hatte der Verein bereits 33 Mitglieder. In dem Jahr war die erste Fahnenweihe, die im Garten des Sangesbruders Theo Schmitt gefeiert wurde. Patenverein wurde der Männerchor “Gemütlichkeit” Fulda-Horas. Die Fahne wurde übrigens in diesem Jahr restauriert und ist hier zu sehen.

Es galt das 25-jährigen Jubiläum vom 4. Juli bis 5. Juli 1925, vorzubereiten. Chorleiter Müer und dem erstem Vorsitzenden Lehrer Abraham gelang es, das Bundes-Sängerfest des Fulda-Rhön-Sängerbundes nach Steinbach zu bekommen. Zum Festplatz wurden die Gärten von Hahn und Gutberlet hergerichtet.

In 1926 machte der Chorgesang in Steinbach eine schwere Krise durch. Am 18. Juli fand eine außer­ordentliche Generalversammlung statt, in der 13 Mitglieder aus dem Verein austraten. Es entstand ein zweiter Gesangverein, der sich den Namen “Sängerchor Har­monie” gab. Den herben Verlust konnte die Cäcilia wieder aufholen. In den kommenden 2 Jahren traten 9 junge Sänger, auch aus den Nachbardörfern, dem Verein bei.

1929 entschloss man sich auf Anraten des Chorleiters ein Klavier anzuschaffen. Nachdem Johannes Lohfink, Josef Vogt I und Karl Ritz I dem Verein vorstanden, übernahm ab 1930 Richard Mörmel den Vorsitz.

Die Nachkriegsjahre

7 Sänger kehrten aus dem zweiten Weltkrieg nicht wieder nach Steinbach zurück.

In der Sitzung am 9. November 1946 wurde der derzeitige 1. Kassierer Robert Ritz zum 1. Vorsitzenden gewählt, da August Kraus noch in Kriegsgefangenschaft war. Zum Kassenführer wurde Josef Dietrich, zum Schriftführer Alois Hauser gewählt. Gleichzeitig traten 20 neue Mitglieder dem Verein bei. Die Leitung des Chores übernahm Hauptlehrer Wilfried Baumgart.

Am 5. Oktober 1947 wurde ein gemischter Chor gegründet, der nur für den Kirchengesang zuständig sein sollte. Bedauerlicherweise ist dieser Chor nie aufgetreten und hatte nur einen kurzen Bestand.

Anlässlich des “25-jährigen” Dirigentenjubläums von Herrn Handwerk gab die “Hand­werksche Chorgemeinschaft” ,bestehend aus dem M.G.V. Hünfeld, M.G.V. Hünhan und der „Cäcilia“ Steinbach, 1950 im Kolpinghaus in Hünfeld ein Chor- und Orchesterkonzert . Im gleichen Jahre wurden wir von unserem Patenverein MGV Großentaft zu einem Werbekonzert eingeladen, um die schlummernde Sangestätigkeit in Großentaft wieder neu beleben zu helfen. Unser Vereinswirt August Ludwig entschloss sich, einen neuen Saal zu bauen, an dem wir Sänger tatkräftig Hand anlegten.

Dem 50-jährigen Jubelfeste stand nun einer würdigen Gestaltung nichts mehr im Wege. Das Gruppenfest der Kreisgruppe Hünfeld, verbunden mit dem Wertungssingen fand erstmals im neu erbauten Saal statt.

Die fünfziger Jahre

Ein großes Erlebnis war es für die Sänger des M.G.V. „Cäcilia”, als sie vom 15. – 19. Juni 1951 am Deutschen Bundes-Sängerfest in Frankfurt/Main teilnehmen konnten und die Ehre hatten, als einziger Verein des Fulda-Rhön-Sängerbundes ein Wappen des Deutschen Sängerbundes für unsere Fahne mit nach Hause nehmen zu können.

Am Preissingen in Wölf im Jahre 1953 nahmen wir mit großem Erfolg teil. Wir errangen den 1. Preis und erhielten als Symbol einen Silberpokal!

In steter Erinnerung bleiben von den folgenden Jahren die Ausflugs­fahrten, z. B. an den Rhein, in den Taunus, nach Hannoversch Münden, in die Rhön, und viele gemütliche Zusammenkünfte.

Die sechziger Jahre

Das Hauptereignis im Jubiläumsjahr 1960 war die Weihe der neuen Fahne . Die Fahne trägt auf der Vorderseite das Bild der Hl. „Cäcilia“ sowie den Wahlspruch des Vereins: “Einig im Lied – treu im Gemüt”. Die Rückseite zeigt u.a. die uralten Symbole: Kreuz, Anker und Herz für “Glaube, Hoffnung und Liebe”. Die kirchliche Weihe nahm Herr Pfarrer Reinhard Mrasek vor, die weltliche Fahnenweihe wurde durch den Ehrenvorsitzenden des Fulda-Rhön-Sängerbundes, Herrn Georg Lohfink durchgeführt. Als Patenverein war der Männerchor “Gemütlichkeit” 1899 Fulda-Horas auserwählt, der auch in 1922 bei der Weihe der alten Fahne Pate stand. Die Horaser erhalten hier und heute den Titel „Fahnenpate“.

In der Generalversammlung am 28. Januar 1961 wird Fritz Block als neuer 1. Vorsitzender gewählt. Der bisherige Vorsitzende Robert Ritz wird Ehrenvorsitzender in Anerkennung seiner Verdienste in der Nachkriegszeit.

1962 wurden erstmals die seit 1902 bestehenden Familienabende in ihrer seitherigen Form geändert und karnevalistisch geprägt. Daraus ist die heutige Fremdensitzung geworden.

Der Kinderchor wird am 18.9.1966 gegründet. Die erstaunlich hohe Beteiligung, 62 begeisterte Jungen und Mädchen, machte eine Einteilung in 2 Gruppen notwendig. Lehrer Karl Rehberg wurde die musikalische Leitung übertragen. Der zweite Versuch, einen gemischten Chor ins Leben zu berufen, war am 22. Dezember des gleichen Jahres mit 23 Frauen und Mädchen sowie 11 aktiven Sängern, ebenfalls unter der Leitung von Karl Rehberg.

Als ein stolzer Tag darf wohl das Wertungssingen der Kreisgruppe Hünfeld am 8. Juni 1968 in Steinbach angesehen werden, welches unser Bruderverein Sängerchor Harmonie aus­rich­tete und bei dem wir für unsere beiden Liedvorträge zweimal die Note “Hervorragend“ erhielten.

In einer Feierstunde am 25. August 1968 wurde Herr Handwerk verabschiedet und zum Ehrendirigenten ernannt. Nachfolger wurde Herbert Palmer aus Burghaun.

Unter dem Dirigenten Herbert Palmer wurden wir beim Wertungssingen am 18. April 1970 in Großentaft Gruppenbester in der Gesamtwertung. Dort sangen wir erstmalig in freiem Vortrag (ohne Notenblatt) , was für uns zur Tradition geworden ist.

Am 27. und 28. Juni 1970 beging der M.G.V. „Cäcilia“ seinen 70. Geburtstag in Verbindung mit dem Gruppenfest der Gruppe Hünfeld. Mehr als 3.200 Personen hatten sich auf dem Festplatz eingefunden. Kreisgruppen-Vor­sitzender Augustin Soll aus Hünhan war begeistert, das viele namhafte Chöre außerhalb der Kreis­gruppe Hünfeld anwesend waren.

Die siebziger Jahre

Ein Wertungssingen in Rasdorf am 22. April 1972 und der Ausflug zum Niederwalddenkmal am 20.7.1974 sind für diese Jahre erwähnenswert.

Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der Chorliederabend als Auftakt zum “75-jährigen“ Jubiläum am 26. April 1975 im Saale Ludwig.

In den Freudenbecher dieses letzten Erfolges fiel leider ein bitterer Wermuts-Tropfen. Unser Dirigent, Herr Palmer aus Burghaun, kündigte urplötzlich und ohne ersichtlichen Grund. Es sei deshalb an dieser Stelle noch gestattet, Herrn Willi Aha aus Silges, ein “Herzliches Dankeschön“ zu sagen, der zunächst kommissarisch die Leitung unseres Chores übernahm. Hatten wir damals eine “Hand­werk’sche Chorgemeinschaft“, so existieren heute die “Aha-Chöre“, aus den Männer­gesangsvereinen Morles, Silges und „Cäcilia“ Steinbach.

Ein besonderes Geschenk zum “75-jährigen“ Jubiläum machte Schreinermeister Bernhard Lohfink mit der Anfertigung und Übergabe eines neuen Vereinsschrankes.

Fritz Block, der wie sein Vorgänger Robert Ritz, ebenfalls nach 15 Amtsjahren den Vorsitz niederlegte, wurde bei der Jahreshauptversammlung am 2. April 1976 für den Ehrenvorsitz vorgeschlagen. Neuer 1.Vorsitzenden wurde Josef Rehberg.

Die achtziger Jahre

In der Jahreshauptversammlung am 12. Januar 1980 verzichtet Hermann Beikirch nach 26-jähriger Tätigkeit als 1. Kassierer auf eine Wiederwahl. Neuer Kassierer wurde Herbert Lohfink.

Das 80-jährige Vereinsjubiläum war überschrieben mit dem Motto: “Musik erfüllt die Welt“ und wurde am 27. und 28. Juni sowie am 5. und 6. Juli gefeiert. Herausragend war der Kommersabend, bei dem viele Gastchöre mitwirkten. Großer Beifall erschallte zum Schluss, als Männer- und Kinderchor der „Cäcilia“ gemeinsam den Chor: “Dank an die Freunde“ zu Gehör brachten.

Karl Rehberg legte 1981, nach 15-jähriger aufopfernder Tätigkeit, sein Amt als Kinderchorleiter nieder. Nachfolger wurde Herr Willi Aha.

Bei der Vorstandswahl in 1983 ergab sich ein Tausch zwischen dem 1. und 2. Vorsitzenden. Neuer 1. Vorsitzender wurde Siegfried Block, Josef Rehberg sein Stellvertreter.

Die „Cäcilia“ im Radio . Zum 85-jährigen Vereinsjubiläum machte sich der M.G.V. „Cäcilia 1900“ selbst das schönste Geschenk. Acht Tage vor dem Sängerfest war der Chor in der hr2 – Sendung “Hessische Chöre singen“ mit mehreren Liedvorträgen zu hören.

Der M.G.V. Werbach/Frankenland bat uns in seiner Einladung zum 125-jährigen Bestehen in 1989 um die Über­nahme der Patenschaft. Diesen Wunsch haben wir gerne erfüllt. Mit insgesamt 15 Chören gestalteten wir “Festkommers“ und “Festgottesdienst“ mit. An der Orgel war unser aktiver Sänger Josef Ritz I.

Die neunziger Jahre

Die Festtage für das 90-jährige Jubiläum waren vom 31. August bis 3. September 1990. Durch die Fußballweltmeisterschaft bedingt war eine Vorverlegung des Festkommerses auf den 2. Juni 1990 notwendig geworden. Der Kommersabend fand unter Mitwirkung unseres Kinderchores, unserer fünf Patenvereine und des Brudervereins “Sängerchor Harmonie“ statt. Der feierliche Gottesdienst wurde von unserem jüngsten Patenverein, dem M.G.V. Werbach eingeleitet. Glanzvolle Höhepunkte waren die Teilnahme am Kritiksingen in der Hünfelder Stadthalle und die chormusikalische Gestaltung der Messe im Hünfelder Kloster.

Nach 45-jähriger Tätigkeit als 1. Schriftführer des Vereins trat Alois Hauser in der Jahreshauptversammlung am 23. März 1991 von dieser Position zurück und übergab das Amt an seinen Sohn Edgar. Zum Dank wurde Alois Hauser zum “Ehrenschriftführer“ ernannt.

Auch der 1. Kassierer Herbert Lohfink stellte nach 11-jähriger Tätigkeit im März 1991 sein Amt zur Verfügung, sein Nachfolger wurde Matthias Vogt (ich). Hildegard Günther schreibt Vereinsgeschichte, Sie tritt am 5.3.1991 als erste Frau dem Verein bei und ist bis heute Kinder­chor­be­treuerin.

1992 übernahm Andrea Keidel die Leitung des Kinderchores aus den bewährten Händen unseres Chorleiters Willi Aha. Am 27.11.1993 beging er sein 40-jähriges Dirigenten­jubiläum in Silges.

1994 wurde erstmalig ein Theaterstück aufgeführt, das ein Vereinsmitglied geschrieben hat. Mit dem Stück “Ja Mama“ landete Lothar Hanzog einen Erfolg auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Auch mit den Stücken „Wer ist wer?“ und „Oil of Olaf“ begeisterte er Theaterfreunde und Verleger. Neben Lothar Hanzog haben auch Robert Ritz, Karl Bott und Willi Block Außerordentliches für das Laienspiel geleistet.

Die Neugestaltung des Sängerraumes beim Vereinswirt Holger Ludwig im Jahr 1996 war aus Platzgründen erforderlich und wurde in über 500 Stunden Eigenleistung der Vereinsmitglieder in nur 6 Wochen fertiggestellt. Auch über den sehr schönen Vereinsschrank aus der Werkstatt von. Adolf und Michael Kittel als außergewöhnlich großzügige Spende freuten sich alle Sänger und Mitglieder sehr.

Aus beruflichen Gründen musste Andrea Keidel ihre Dirigententätigkeit beim Kinderchor aufgeben. Mit Daniela Dücker war dann im November 1996 wieder eine Nachfolgerin gefunden, die gleich bei der Kinderweihnachtsfeier ihren 1. Auftritt hatte. Leider musste sie nach nur 2 Jahren ihre Chorleitertätigkeit aufgeben. Neue Kinderchordirigentin ist nun seit September 1998 Sabrina Quintero. Auch sie hatte bei der Kinderweih­nachtsfeier ihren 1. Auftritt.

In der Jahreshauptversammlung am 15. März 1999 wurde Josef Rehberg für 26 Jahre Arbeit im Vorstand die Würde des Ehrenvorsitzenden verliehen.

In den vielen Jahren seines Bestehens ist der M.G.V. „Cäcilia“ Steinbach zu einem echten Kulturträger geworden. Wenn heute so­viel die Rede vom „Sängerdorf Steinbach“ ist – und das mit Recht! – dann sollte man sich daran erinnern, dass mit der Gründung des M.G.V. „Cäcilia“ im Jahre 1900 der Grundstein für das heutige “Sängerdorf Steinbach“ gelegt wurde!